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Auswahl der Batteriechemie entsprechend den tatsächlichen Produktanforderungen

Mai 20269 Minuten LesezeitVTCBATT-Technikteam
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Die Wahl der Batteriechemie sollte sich nach dem Lastprofil des Produkts und der Betriebsumgebung richten, nicht allein nach der Kapazität. Die beste Option ist diejenige, die die Anforderungen in Bezug auf Elektrik, Mechanik, Sicherheit, Lebensdauer und Versorgung gleichermaßen erfüllt.

Beginnen Sie mit dem vollständigen Lastprofil

Erfassen Sie Nenn- und Spitzenleistung, Einschaltdauer, Anlaufstrom, Standby-Verbrauch, erforderliche Laufzeit, Verhalten bei Unterspannung und die Ladequelle. Ein Motor, ein Funkgerät, eine Heizung, ein Display oder ein LED-Treiber können Kurzzeitlasten erzeugen, die weit über dem Durchschnittsstrom liegen.

Der Bedarf an nutzbarer Energie sollte Umwandlungsverluste, Temperaturderating, eine Alterungsreserve sowie die Mindestbetriebsspannung des Produkts berücksichtigen. Dadurch wird verhindert, dass bei einer Berechnung auf Basis der Nennkapazität ein Akku entsteht, der zu früh die Abschaltgrenze erreicht.

Lithium-Akkusysteme vergleichen

Lithium-Polymer-Zellen eignen sich für dünne, leichte oder formgebundene Produkte. Zylindrische Lithium-Ionen-Zellen kommen dort zum Einsatz, wo standardisierte Formate, Energiedichte und Strombelastbarkeit den Anforderungen des Gehäuses entsprechen. LiFePO4 bietet eine niedrigere Nennspannung, eine hohe Zyklenfestigkeit und eine hohe thermische Stabilität für zahlreiche Anwendungen in den Bereichen Industrie, Mobilität, Beleuchtung und Notstromversorgung.

Die Chemie allein bestimmt nicht die Leistung. Zellmodell, Elektrodenauslegung, Innenwiderstand, Packkonfiguration, Schutzfunktionen und thermisches Design beeinflussen das Ergebnis.

Auswahl der Batteriechemie entsprechend den tatsächlichen Produktanforderungen
Entscheidungen zum Batteriedesign sollten anhand des tatsächlichen Produkts, der Betriebsumgebung und der Produktionsanforderungen überprüft werden.

Wissen, wann Primärbatterien geeignet sind

Li-MnO₂- und Li-SOCl₂-Batterien eignen sich für langlebige Messgeräte, Sensoren, Alarmanlagen, Ortungsgeräte, Speicher-Backups und Fernüberwachungsgeräte, bei denen ein Aufladen nicht praktikabel ist. Ihr Entladeverhalten, ihre Impulsfähigkeit, ihre Passivierung, ihr Temperaturbereich und ihre Transportanforderungen müssen im Hinblick auf den tatsächlichen Betriebszyklus geprüft werden.

Ein niedriger Durchschnittsstrom bedeutet nicht automatisch, dass jede Primärzelle geeignet ist. Für drahtlose Übertragungen oder Aktuatorimpulse ist möglicherweise eine impulsfähige Zelle oder eine Hybridkonstruktion erforderlich.

Mechanische und ladetechnische Einschränkungen beeinflussen die Entscheidung

Verfügbare Dicke, Zellausrichtung, Quellspielraum, Einbau, Zugang zu Anschlüssen, Wartungsfreundlichkeit, Wasserdichtigkeit und Wärmequellen können ansonsten attraktive Optionen ausschließen. Ladespannung, Ladestrom, Umgebungstemperatur und Benutzerverhalten müssen ebenfalls auf die ausgewählte Zelle abgestimmt sein.

Bei wiederaufladbaren Produkten sollten das Ladegerät und das Batterieschutzsystem als ein einheitliches System betrachtet werden. Falsche Ladegrenzen oder eine fehlerhafte Temperaturregelung können die Lebensdauer verkürzen und vermeidbare Risiken verursachen.

Verwenden Sie einen strukturierten Auswahlprozess

Erstellen Sie eine Vorauswahl an chemischen Systemen erst, wenn die elektrischen und umgebungstechnischen Anforderungen klar sind. Vergleichen Sie die in Frage kommenden Zellen anschließend anhand von Anwendungs- und Belastungstests, Temperaturtests, mechanischen Prototypen, erwarteten Zyklen, Zertifizierungsplanung und Lieferkontinuität.

Die gewählte Lösung sollte einen angemessenen technischen Spielraum lassen. Ein Modul, das ständig an der Grenze der Strom-, Temperatur- oder Spannungsgrenzwerte betrieben wird, lässt sich nur schwer in gleichbleibender Qualität herstellen und kann im Einsatz schneller altern.

ChemieTypische FestigkeitAllgemeine Überlegungen zur Gestaltung
LiPoSchlanke und maßgeschneiderte FormfaktorenQuellspielraum und mechanischer Schutz
Li-ionEnergiedichte und standardisierte zylindrische FormateZellenanpassung, Wärmepfad und Strombelastbarkeit
LiFePO4Zykluslebensdauer und thermische StabilitätGeringere Zellspannung und größeres Volumen bei gleicher Energie
Li-MnO₂ / Li-SOCl₂Lange Haltbarkeit für PrimäranwendungenImpulsbelastungen, Passivierung und Austauschstrategie
Auswahlkriterium

Wählen Sie eine Zelle aus, nachdem Sie die tatsächliche Produktbelastung gemessen oder geschätzt haben. Die chemischen Bezeichnungen sind nur der Ausgangspunkt für die technische Entscheidung.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Lithium-Chemie weist die höchste Energiedichte auf?

Das hängt von der genauen Bauweise und dem Format der Zelle ab. Bei vielen Li-Ionen- und LiPo-Produkten steht die Energiedichte im Vordergrund, während bei LiFePO4 andere Eigenschaften wie Zyklenfestigkeit und Stabilität im Vordergrund stehen.

Kann eine einzige Batterietyp alle Varianten eines Produkts abdecken?

Nicht immer. Unterschiedliche Anforderungen an Laufzeit, Temperatur, Leistung oder Gehäuse können den Einsatz unterschiedlicher Zellen- oder Packkonfigurationen rechtfertigen.

Wann sollte mit dem Testen der Anwendung begonnen werden?

Sobald repräsentative Prototypen und ein realistisches Lastprofil vorliegen. Frühzeitige Tests verringern spätere mechanische und ladetechnische Änderungen.

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